Eigentlich dachte ich ja, dass das „Flamen“, also das Beschimpfen von anderen Spielern, bei StraCraft II eher Seltenheitswert hätte, aber in der letzten Nacht sind mir tatsächlich gleich zwei massive Flamer begegnet. Eigentlich ist diese Tatsache kaum der Rede wert, es gibt immer und überall Menschen, die Frust auf äußerst obszöne und beleidigende Weise verbal loswerden. Aber sehr interessant fand ich die Wirkung des Geflames auf mich und meinen zufälligen Mitspieler.
Kurz zu den Randumständen: Ich war betrunken, es war mitten in der Nacht und ich spielte eine Rasse, die ich wirklich nicht beherrsche (Terraner). Normalerweise hätte ich nach ein paar erfolglosen Angriffen einfach aufgegeben, da es sehr spät war, ich keine Lust auf ewige Stellungskriege habe und ich eben lieber noch eine schnelle, spannendere Partie gegen neue Gegner spiele, statt das Unvermeidliche ewig in die Länge zu ziehen. Aber diesmal kam es eben anders: Die Beleidigungen und Unterstellungen stachelten mich und (vor allem auch) meinen Mitspieler dermaßen an, dass ich trotz meines Zustandes und meiner Müdigkeit einfach nicht aufgeben wollte.
Die Konsequenz war das längste StarCraft-2-Match, an dem ich je teilgenommen habe. Über 1h45m dauerte die Partie „in Game“ (eine normale Sekunde entspricht 1,4 Sekunden im Spiel). Kleine Scharmützel, große Schlachten und ewige Belagerungen später waren fast alle Ressourcen auf dieser Map aufgebraucht. Die beiden Gegner hatten sich erneut extrem eingeigelt und wollten die nun wirklich anstehende Niederlage ebenfalls einfach nicht akzeptieren (sie hatten keine Ressourcen mehr, konnten nix neues bauen und hatte nicht genug Einheiten, um uns anzugreifen), da sie wohl tatsächlich der Meinung waren, wir würden „cheaten“ und müssten uns deshalb bis zum bitteren Ende bekämpfen.
Glücklicherweise nahm (aus unserer Sicht), alles noch ein gutes Ende, da wir es eben nach fast unendlicher Zeit geschafft hatten, unsere Gegner auszuhungern - eben eine klassische Belagerung einer fast uneinnehmbaren Festung - und dann mit vielen Tricks, langsam immer größere Löcher in ihre Verteidigung reißen konnten.

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